Landwirtschaftsausstellung im Agrarmuseum des Naturparkzentrums
Im Obergeschoss des Agrarmuseums ein Panoramafenster, dem der Naturpark Barnim quasi zu Füßen liegt: Aus einem kleinen Séparée hat man in der Winter- und Vorfrühlingszeit einen malerischen Ausblick auf den Wandlitzsee! Genau dorthin wollten einige von uns noch einmal, die das Museum schon 2017 besucht hatten. Und andere aus dem Verein schlossen sich am 13. März interessiert an.
Auf einem Fotoplakat im Eingangsbereich begrüßt Walter Blankenburg noch immer die Besucher mit einem Lächeln: Er war der eigentliche Gründer des Museums, denn er hat jahrzehntelang gleich nebenan auf seinem Hof viele Utensilien der bäuerlichen Arbeit auf dem Feld, auf dem Hof und in der Küche gesammelt. Dieser Anfangs-Bestand „seiner“ privaten landwirtschaftlichen Sammlung ist vor etwa 15 Jahren in das neu gebaute Barnim Panorama hinübergetragen worden.
Der beeindruckende Neubau - nach seiner Anlage ein Dreiseithof – besticht schon durch seine Architektur: hohe, großzügige Räume mit bodentiefen Fenstern sowie kleinere offene Sonderräume, dem jeweiligen Thema angepasst. Der Außenbereich mit Pfaden zu einem Baumhaus und einem kleinen Amphitheater fasziniert eher in der wärmeren Jahreszeit, weil dann auch die kleinen Bauerngärten ihren Nutzen zeigen. Leider scheint ihre Pflege wegen fehlender Fördergelder nicht sicher zu sein, wie wir beim Rundgang erfuhren. Immerhin zwinkerten mir noch zwei Grünkohle und ein Rosenkohl zu - unbeeindruckt fehlender Gelder wachsen sie (vorerst) tapfer weiter.
Im Filmsaal des Museums verwandelt sich vor den Augen der Besucher auf einer riesigen Panorama-Bildwand die Eislandschaft des Barnim vor ca. 20.000 Jahren in nur FÜNF Minuten in das fruchtbare Ökotop von heute. Zum Rundgang begrüßt werden die Besucher dann (auch akustisch) von Friedrich, dem gewichtigen Stier. In weiteren Räumen steht anhand von Bodenprofilen, Werkzeugen, Maschinen und der beeindruckenden "Traktoren-Herde" die technische Entwicklung der Landwirtschaft im Vordergrund. Leider fehlte bei unserer Führung eine gezielte Schwerpunktsetzung, aber das Museum lebt und überzeugt aus sich heraus. Nicht zuletzt weckt der Fußboden eines Ausstellungsraumes die Neugier der Besucher: Er bildet das gesamte Gebiet des Naturparks ab - bis hin zum Südwestzipfel mit dem Schönfließer Wohngebiet Bieselheide.
Die aktuelle Sonderausstellung „Faszination Pilze“ eröffnete uns Besuchern einen künstlerischen wie auch pragmatischen Blick auf "die geheimnisvollen Alleskönner“. Einige von uns blieben vor einer Urne und einem futuristisch wirkenden Sarg stehen: „Tu die Mutti auf den Kompost!“ – ein Paradigma neuer Bestattungskultur ...
2017 hatten wir an den Museumsbesuch spontan eine Entdeckertour über Feld- und Waldwege zur ehemaligen Goebbels-Villa und zu der späteren FDJ-Hochschule am Bogensee angeschlossen. Da es inzwischen verboten ist, das Gelände zu betreten, kam diese Fahrt für uns als Verein des öffentlichen Rechts natürlich nicht in Frage.
Stattdessen besuchten wir diesmal zum Abschluss den Gasthof „Zur Waldschänke“ am Rahmer See. Und das hat sich gelohnt: Gutbürgerliche Küche mit Reh- oder Wildschweinbraten und Klößen, dazu freundlicher Service und eine angenehme Atmosphäre! Herz, was begehrst Du mehr an so einem frischen Vorfrühlingstag!
Text: isg - Fotos gth, isg